Nachdem wir uns in unserem Überblick über die unterschiedlichen Second Hand und Vintage Online Plattformen im letzten Artikel das „klassische“ Ebay im Hinblick auf die aktuellen Verkaufsbedingungen für gebrauchte Kleidung und Accessoires angesehen haben, geht es nun um Ebay Kleinanzeigen. Ist Ebay Kleinanzeigen ein guter Marktplatz um „Ausgeliebtes“ oder „Weniger als gedacht Geliebtes und daher kaum Getragenes“ weiterzuverkaufen?

Zwar kann Ebay Kleinanzeigen was die schiere Menge an Angeboten angeht, nicht mit seiner großen Schwester Ebay mithalten, aber mit fast 10 Millionen Angeboten im Bereich Beauty & Mode, lässt sich auch hier das ein oder andere finden und verkaufen.

Der Verkauf auf „Kleinanzeigen“ ist bis zu einer Anzahl von 50 Artikeln innerhalb von 30 Tagen kostenlos. Für mehr als 50 Artikel fällt dann eine Gebühr von 0,95€ pro Anzeige an.Das Einstellen selbst ist schnell und unkompliziert: ein oder mehrere Bilder, eine kurze Beschreibung, (d)ein Preis und los gehts. Sobald die Anzeige „live“, also online, ist, können Interessenten über die Emailfunktion eine Anfrage stellen. Direkt kaufen kann man nicht. Auch gibt es, im Gegensatz zu Ebay, kein Auktionsformat. Die allermeisten Artikel werden mit einem Festpreis oder einem Preis auf Verhandlungsbasis angegeben (wobei damit zu rechnen ist, dass Interessenten auch bei Festpreisen versuchen zu verhandeln ;)…). Und auch Verschenk-, und Tauschanzeigen kann man hier einstellen. Die Verschenkoption ist zwar im Allgemeinen eher ein Thema bei Möbeln oder Haushaltsgeräten, aber auch Kinder-, oder Babykleidung, die beim Verkauf in den meisten Fällen nur noch kleines Geld bringt, kann man so – eventuell wenn man ohnehin gerade am Sortieren und Verkaufen ist – super an eine Familie verschenken, die in der Nähe wohnt und die Sachen vielleicht gut gebrauchen kann.

Apropos in der Nähe wohnen: ein weiterer wichtiger Aspekt bei Ebay Kleinanzeigen ist der Filter der „Wohngegend“. Viele Nutzer holen die angebotenen Artikel erfahrungsgemäß gern persönlich ab. Wer also bei Kleinanzeigen verkauft, der sollte einkalkulieren, dass (auch bei Bekleidung) Anfragen von Interessenten kommen, die etwas gerne ansehen oder anprobieren möchten. Wer also eine eher unpersönliche Abwicklung bevorzugt, der sollte eventuell einen anderen Marktplatz zum Verkauf seiner Sachen wählen. Ein weiterer Aspekt, über den man sich bewusst sein sollte, ist die Zeitintensität bzw die Verlässlichkeit von Interessenten. Da die Anfragen unverbindlich sind, gibt es leider auch immer wieder potentielle Kunden, die vereinbarte Termine für eine Übergabe platzen lassen oder sich nach einer Anfrage nicht mehr melden.

Mein Fazit zu Ebay Kleinanzeigen:

Der größte Vorteil: Es gibt hier keine Gebühren. Der Verkaufspreis ist also gleich Gewinn.

Der größte Nachteil: Unverbindliche Anfragen und evtl Mehraufwand durch den (teilweise etwas zähen) Anfrage- (und Verhandlungs-)Prozess.

Zusammenfassend würde ich dementsprechend sagen: Wer seine Kleidung schnell und verbindlich verkaufen möchte (und die z.T. nicht ganz unwesentlichen Provisionssätze nicht scheut), der sollte sich, meiner Meinung nach, eher eine spezialisiertere bzw auf Kleidung begrenzte Wiederverkaufsplattform suchen. Für Luxusartikel z.B. Vestiaire Collective oder Rebelle, für Mittelpresiiges und Günstigeres eventuell Momox oder Zalando Zircle.

Wem es jedoch nicht in erster Linie darum geht, etwas schnell loszuwerden (was bei begehrten Artikeln wie z.B. hochwertigen Designertaschen oder Luxusmarkenartikeln natürlich im Normalfall auch bei Ebay Kleinanzeigen passiert!), sondern wer auch das Handeln und die Kommunikation und evtl auch das persönliche Treffen mit seinen Käufern mag, für den ist Kleinanzeigen eine sehr gute Option.

Ich halte Kleinanzeigen für eine gute zusätzliche Verkaufsplattform, auf der man seine Sachen listen kann. Während Ebay Kleinanzeigen früher eher für Möbel, Hausrat etc genutzt wurde, werden hier mittlerweile tatsächlich auch immer mehr Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires aus allen Preiskategorien angeboten. Sogar der Anteil an Premium und Luxusware ist nicht gering. Der Vorteil für den Verkäufer ist natürlich, wie gesagt, dass er keine Gebühren bezahlt. Wer dafür eventuell etwas mehr Aufwand auf sich zu nehmen bereit ist, für den kann Kleinanzeigen genau das Richtige sein. Ich persönlich habe von den „15€?“ – Anfragen (bei einem Artikel, den ich mit 100€ VB angebe) einmal abgesehen, bei Ebay Kleinanzeigen bisher fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.

Wenn du gemeinsam mit mir beim Kleiderschrankcheck oder Online-Kleiderschrankcheck  herausfinden möchtest, was sich für den Verkauf bei Ebay Kleinanzeigen, bei Ebay, beim „local Dealer“, sprich Secondhand Laden vor Ort, oder einer der vielen anderen Reselling-Plattformen eignet, dann melde dich gerne. Ganz nebenbei stellen wir noch neue Lieblingslook aus dem Vorhandenen zusammen und optimieren deine Garderobe so, dass du jede Menge Optionen hast und das „Ich habe nichts Anzuziehen“-Problem sich auch morgens, mit wenig Zeit, nicht mehr stellt 😉

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