Wie funktioniert Verkaufen bei Sellpy, was kostet der Service und für welche Kleidung lohnt er sich? Mein Überblick mit Erfahrungen, Ablauf, Rücksendung und Vergleich zu Vinted.
Von Heide – Personal Stylistin & Gründerin von STYLEFINDS
In meinem Überblick über die unterschiedlichen Second Hand und Vintage Online Plattformen stelle ich verschiedene Möglichkeiten vor, aussortierte Kleidung weiterzuverkaufen. Eine der bequemeren Varianten ist Sellpy.
Anders als bei Plattformen wie Vinted musst du deine Kleidung hier nicht selbst fotografieren, beschreiben, mit Interessenten schreiben und anschließend einzeln verschicken. Du packst deine aussortierten Teile in eine Sellpy-Tasche – den eigentlichen Verkaufsprozess übernimmt Sellpy.
Genau darin liegt der größte Vorteil der Plattform. Allerdings bedeutet weniger eigener Aufwand auch: Der Erlös fällt meist niedriger aus, als wenn du hochwertige Stücke selbst verkaufst.

Sellpy übernimmt einen Großteil des Verkaufsprozesses – von der Präsentation der Artikel bis zu Zahlung, Versand und Kontakt mit den Käufern.
Auf den ersten Blick
- Sellpy übernimmt Fotos, Beschreibung, Preisfindung, Versand und Kundenservice.
- Die Sellpy-Tasche fasst ungefähr 30 Kleidungsstücke und darf maximal 15 kg wiegen.
- Verkauft werden vor allem saubere, gut erhaltene Artikel mit einem erwarteten Verkaufspreis über 5 Euro.
- Du erhältst 40 % des Verkaufspreises bis 50 Euro und 70 % auf den Anteil oberhalb von 50 Euro.
- Sellpy eignet sich besonders für bekannte Marken und unkomplizierte Second-Hand-Artikel.
- Für Luxus, Vintage oder sehr spezielle Pieces sind spezialisierte Plattformen häufig sinnvoller.
- Der größte Unterschied zu Vinted: Komfort statt maximaler Kontrolle über Preis und Verkauf.
Wie funktioniert Verkaufen bei Sellpy?
Der Ablauf ist ziemlich unkompliziert – und genau das ist das Konzept.
- Sellpy-Tasche bestellen: Die erste Tasche ist aktuell kostenlos. Eine Tasche ist 70 cm hoch und 90 cm breit, fasst laut Sellpy ungefähr 30 Kleidungsstücke und darf maximal 15 kg wiegen.
- Kleidung auswählen: Sellpy akzeptiert eine breite Auswahl an Kleidung, Schuhen, Accessoires und weiteren Artikeln. Entscheidend ist, dass die Sachen sauber, gut erhalten und voraussichtlich für mehr als 5 Euro verkäuflich sind. Sehr günstige Basics, stark getragene Teile oder unbekannte Marken werden häufiger aussortiert.
- Tasche kostenlos einsenden: In Deutschland kann die Sellpy-Tasche mit dem vorfrankierten Versandetikett kostenlos bei DHL abgegeben werden.
- Sellpy übernimmt die Sortierung: Die Artikel werden geprüft, fotografiert, beschrieben und mit einem Startpreis versehen. Der Preis basiert auf historischen Verkaufsdaten vergleichbarer Artikel. Vor Veröffentlichung kannst du die Anzeige prüfen und den Preis in den ersten zwei Wochen kostenlos anpassen. Danach wird er schrittweise reduziert, um die Verkaufschance zu erhöhen.
- Der Verkauf startet: Aktuell nennt Sellpy für die Standardsortierung ungefähr sieben Wochen ab Eingang der Tasche. Für einen Aufpreis gibt es teilweise auch eine Expressbearbeitung.
- Auszahlung: Für Artikel bis 50 Euro erhältst du 40 % des Verkaufspreises. Vom Anteil oberhalb von 50 Euro erhältst du 70 %. Den Erlös kannst du auszahlen lassen, spenden oder als Sellpy-Guthaben verwenden – bei Guthaben gibt es derzeit 5 % zusätzlich.
- Nicht verkaufte oder abgelehnte Artikel: Wird ein Teil nicht zum Verkauf angenommen, kannst du innerhalb eines kurzen Zeitfensters eine erneute Prüfung beantragen oder den Artikel gegen eine Gebühr zurückfordern. Andernfalls wird er zur weiteren Wiederverwendung oder zum Recycling weitergegeben.
Was kostet Sellpy?
Das Verkaufsmodell ist relativ einfach: Sellpy behält einen Teil des Verkaufspreises ein und übernimmt dafür praktisch den gesamten Verkaufsprozess.
Aktuell erhältst du 40 % des Verkaufspreises bis 50 Euro und 70 % auf den Betrag oberhalb von 50 Euro. Zusätzlich wird eine Einstellgebühr von 1,30€ pro Artikel berechnet.
Ein Beispiel: Wird ein Artikel für 100 Euro verkauft, erhältst du 40 % auf die ersten 50 Euro und 70 % auf die zweiten 50 Euro – vor der Einstellgebühr.
Genau hier liegt der Trade-off bei Sellpy: Du gibst Marge ab, sparst dafür sehr viel Zeit.
Wie groß ist die Sellpy-Tasche?
Diese Frage wird erstaunlich häufig gesucht.
Die Sellpy-Tasche ist aktuell 70 cm hoch und 90 cm breit. Laut Sellpy passen ungefähr 30 Kleidungsstücke hinein; das Maximalgewicht liegt bei 15 kg.
Mein Tipp: Die Tasche nicht einfach mit allem füllen, was beim Aussortieren übrig bleibt. Besser vorher kurz prüfen, welche Teile realistisch noch einen Wiederverkaufswert haben.
Gerade sehr günstige Basics oder deutlich getragene Stücke werden mit höherer Wahrscheinlichkeit aussortiert.
Meine Sellpy-Erfahrung: Für wen lohnt sich der Verkauf?
Der größte Vorteil ist für mich ganz klar die Bequemlichkeit.
Du musst keine Fotos machen, keine Beschreibungen schreiben, keine Nachrichten beantworten und keine Pakete einzeln verschicken. Gerade wenn beim Kleiderschrankcheck eine größere Menge guter, aber nicht besonders hochpreisiger Kleidung zusammenkommt, kann das sehr praktisch sein.
Auf der anderen Seite solltest du beim Erlös realistisch bleiben. Sellpy übernimmt sehr viel Arbeit – entsprechend kleiner ist dein Anteil.
Ich würde Sellpy deshalb vor allem für gängige, gut erhaltene Marken und unkomplizierte Kleidungsstücke nutzen. Sellpy selbst weist darauf hin, dass bekannte Marken und höherwertige Artikel tendenziell bessere Verkaufschancen haben.
Für besondere Vintage-Pieces oder höherpreisige Designerartikel würde ich dagegen weiterhin eher eine spezialisierte Plattform wie Vestiaire Collective wählen.
Sellpy oder Vinted – was ist besser?
Beide Plattformen lösen dasselbe Problem, aber auf sehr unterschiedliche Weise.
| Sellpy | Vinted | |
|---|---|---|
| Fotos & Beschreibung | übernimmt Sellpy | machst du selbst |
| Preisfestlegung | Sellpy empfiehlt den Preis | bestimmst du selbst |
| Kommunikation | übernimmt Sellpy | führst du selbst |
| Versand | übernimmt Sellpy nach Verkauf | organisierst du pro Verkauf |
| Aufwand | niedrig | höher |
| Kontrolle | geringer | deutlich höher |
| Potenzieller Erlös | eher niedriger | oft höher möglich |
| Gut geeignet für | größere Mengen, wenig Zeit | gezielten Einzelverkauf |
Wenn du möglichst wenig Aufwand möchtest, ist Sellpy klar angenehmer.
Wenn du dagegen Zeit investieren kannst und bei einzelnen Teilen den bestmöglichen Preis erzielen möchtest, ist Vinted als Alternative häufig interessanter.
Genau deshalb würde ich die Plattform nicht nach „besser oder schlechter“ auswählen, sondern danach, was du verkaufen möchtest und wie viel Zeit du investieren willst.
Sellpy kaufen und Rücksendung: Wie funktioniert das?
Sellpy ist natürlich nicht nur eine Verkaufsplattform. Du kannst dort auch Second Hand online shoppen.
Beim Kauf gilt aktuell ein 30-tägiges Rückgaberecht. Für eine Rücksendung kannst du ein Sellpy-Retourenlabel ab 4,49 Euro verwenden oder den Versand selbst organisieren. Die Rückerstattung wird nach Eingang der Rücksendung bearbeitet.
Interessant für Verkäufer: Wenn ein Käufer einen Artikel zurücksendet, behältst du deinen bereits gutgeschriebenen Anteil. Sellpy übernimmt das Retourenrisiko und versucht anschließend, den Artikel erneut zu verkaufen.
Das ist tatsächlich einer der komfortableren Unterschiede gegenüber dem klassischen privaten Weiterverkauf.
Wie nachhaltig ist Sellpy?
Second Hand verlängert zunächst einmal die Nutzungsdauer bereits produzierter Kleidung. Genau darin liegt der wichtigste Nachhaltigkeitsvorteil.
Sellpy gibt bei Produkten außerdem Schätzungen dazu an, wie viel CO₂e und Wasser gegenüber dem Kauf eines vergleichbaren neuen Artikels potenziell eingespart werden können. Nicht verkaufte Artikel sollen nach Möglichkeit weiterverwendet, gespendet oder recycelt werden.
Ich würde trotzdem nicht sagen: „Second Hand ist automatisch nachhaltig.“
Auch hier entstehen Transport, Logistik und Retouren. Der sinnvollste Umgang mit Kleidung bleibt für mich deshalb: möglichst lange tragen, vorhandene Stücke neu kombinieren und erst danach weitergeben, wenn sie wirklich nicht mehr zum eigenen Leben oder Stil passen.
Mehr dazu findest du auch in meinem Artikel über Circular Fashion.
Mein Fazit zu Sellpy
Sellpy eignet sich besonders gut, wenn du deinen Kleiderschrank unkompliziert reduzieren möchtest und möglichst wenig Zeit in den einzelnen Verkauf investieren willst.
Der Komfort ist hoch, der Erlös dafür eher überschaubar. Für gängige Marken und eine größere Anzahl gut erhaltener Stücke finde ich das Konzept deshalb sinnvoll.
Bei hochwertigen Designerstücken, besonderen Vintage-Fundstücken oder einzelnen Artikeln, bei denen du einen möglichst hohen Verkaufspreis erzielen möchtest, würde ich andere Plattformen vorziehen.
Kurz gesagt: Sellpy ist nicht unbedingt die Plattform für maximalen Gewinn – aber eine der bequemeren Möglichkeiten, viele Teile ohne großen Aufwand weiterzugeben.
Häufige Fragen zu Sellpy
Wie funktioniert Sellpy?
Du bestellst eine Sellpy-Tasche, füllst sie mit gut erhaltenen Artikeln und schickst sie kostenlos ein. Sellpy übernimmt anschließend Prüfung, Fotos, Beschreibung, Preisfestlegung, Verkauf, Versand und Kundenservice.
Wie groß ist die Sellpy-Tasche?
Die Tasche ist 70 × 90 cm groß, fasst ungefähr 30 Kleidungsstücke und darf maximal 15 kg wiegen.
Wie viel verdient man bei Sellpy?
Bis zu einem Verkaufspreis von 50 Euro erhältst du 40 %. Vom Betrag oberhalb von 50 Euro erhältst du 70 %. Zusätzlich fällt eine Einstellgebühr pro Verkaufsversuch an.
Lohnt sich Sellpy?
Sellpy lohnt sich vor allem, wenn dir Zeitersparnis wichtiger ist als der höchstmögliche Erlös. Für einzelne hochpreisige Designerstücke gibt es meist geeignetere Plattformen.
Sellpy oder Vinted?
Sellpy übernimmt fast den kompletten Verkaufsprozess. Bei Vinted erledigst du Fotos, Beschreibung, Kommunikation und Verkauf selbst, hast dafür aber mehr Kontrolle über Preis und Präsentation.
Kann man bei Sellpy Artikel zurückgeben?
Beim Einkauf bietet Sellpy aktuell 30 Tage Rückgaberecht. Ein Sellpy-Retourenlabel kostet derzeit ab 4,49 Euro.
STYLEFINDS: Erst aussortieren – dann sinnvoll weitergeben
Bevor Kleidung verkauft wird, lohnt sich für mich immer zuerst die Frage: Trage ich das Teil wirklich nicht mehr – oder fehlen mir nur die richtigen Kombinationen?
Genau das schauen wir uns beim Kleiderschrankcheck gemeinsam an. Wir sortieren nicht einfach aus, sondern entwickeln neue Kombinationen, erkennen echte Lücken und entscheiden anschließend, welche Teile tatsächlich gehen dürfen.
Wenn danach gezielte Ergänzungen fehlen, können wir diese bei einem Personal Shopping in München passend zu deinem Stil, deinem Alltag und deinem Budget ergänzen.
Herzliche Grüße
Deine Heide
