Online Personal Shopping – der ein oder andere von euch kennt das Prinzip bestimmt und hat vielleicht auch schon den ein oder anderen digitalen Stilberatungs-Service ausprobiert. Ich hatte bereits einige der in Deutschland verfügbaren Services vorgestellt: u.a  Zalon von Zalando (das es in dieser Form seit Anfang Oktober nicht mehr gibt und nun als ähnliches kostenpflichtiges Beratungsangebot bei Zalando Plus angeboten werden soll), Kisura, Lookiero und Outfittery.

Vorreiter beim Thema Online Personal Shopping waren allerdings amerikanische Anbieter: Trunk Club (gegründet 2009, 2017 von Nordstrom übernommen und schließlich 2022 eingestellt) und dessen Wettbewerb Stitch Fix, 2011 gegründet und seit 2017 auch an der Börse. Weit über 1 Millionen Mitglieder und einem riesengroßen Angebot von über 1000 Marken und den Bereichen „Plus“ (große (und lange) Größen bis 3XL), „Petite“ (kleine Größen) und „Maternity“ (Schwangerschaftsmode) in den Bereichen Damen, Herren und Kinder sucht das Schwergewicht im Bereich „Curated Shopping“ seinesgleichen.

 

Screenshot_stitchfix.com_10.11.2022

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Zwar wird Stitch Fix aktuell nur in den USA und Großbritannien angeboten, doch möchte ich mir heute die Details und Besonderheiten des amerikanischen Modells und Vorreiters nichtsdestotrotz einmal genauer ansehen:

Zunächst einmal unterscheidet sich der Ablauf wenig von den deutschen Modellen. Der Nutzer entscheidet ob er ein Abo-Modell möchte oder nicht, er gibt einige Vorlieben zu seinen Style-Vorlieben und Budgets für die jeweilige Kategorie an und klickt sich hierfür durch ein „Style-Quiz“, was dem Ganzen eine nette spielerische Wirkung gibt (Outfittery hat übrigens dieselbe Bezeichnung für den „Stil-Fragebogen“ gewählt ;)). Eine Stylist stellt eine den Angaben entsprechende Outfit-Auswahl zusammen und dann kann der Kunde in Ruhe zuhause aus-, und anprobieren.

Die erste Besonderheit ist ein Rabatt von 25% auf den Gesamtpreis, sollte der Kunde die komplette Auswahl behalten. Eine Styling-Gebühr von $20 fällt nur dann an, wenn ein Kunde alles zurückschickt. Bereits beim Behalten eines einzelnen Stücks entfällt diese „Styling-Fee“ (diese Art der Gebühr hatte übrigens auch Zalon vor noch nicht allzu langer Zeit eingeführt).

Die zweite Auffälligkeit im Vergleich zu den deutschen Anbietern ist die Vielzahl an Marken und Kategorien. Durch diese, gepaart mit der sehr hohen Anzahl an Usern, erhält Stitch Fix eine enorme Anzahl an Daten, die ihnen Informationen zu Kaufverhalten, Vorlieben, Bestsellern etc ihrer Kunden geben. Und hier sind wir bei einem der wohl wichtigsten Punkte für den Erfolg: die Datengetriebenheit von Stitch Fix (das erste Mal begegnete mir der Name des (bei uns ja doch nicht sehr bekannten) Online-Stilberatung & Shopping Riesen bezeichnernderweise bereits vor einigen Jahren beim Online-Websummit in Lissabon). Zwar legen mehrere Tausend StylistInnen zusätzlich Hand an, aber die „AI-driven curation“ (also die Auswahl von Kleidungsstücken aus Basis von künstlicher Intelligenz/ computer-ausgewerteten Daten) ist ein großer (und immer größer werdender) Baustein im Gesamtkonzept und Erfolg geworden.So werden z.B. Kundenvorlieben via Scannen von Pinterest-Boards analysiert, Passformen optimiert und angepasst, Rücksendegründe gespeichert und der Prozess entsprechend optimiert (in Hinsicht auf den Einzelkunden und sein „Fix“ und auch in Hinsicht auf das Große Ganze). Verbessert werden kann natürlich da am besten, wo man selbst direkt an der Steuerung sitzt; bei Stitch Fix sind das die Eigenmarken. Hier kann (datengetrieben) optimiert werden was das Zeug hält. Dass das funktioniert, zeigt sich an einer geringen Kundenfluktuation, hohen Warenkörben und Wiederbestellraten.

Auch dass sich der amerikanische Anbieter schon früh auf Frauen als primäre Zielgruppe fokussiert hat und damit weg vom Gedanken „Online Personal Shopping ist in erster Linie etwas für „einkaufsfaule“ Männer“ gegangen ist, hat sich als richtig und rentabel erwiesen.

Man darf gespannt bleiben wohin die Reise geht, welche Features wir bei welchen „unserer“ Anbieter wiederfinden werden und ob Stitch Fix eventuell mittelfristig auch nach Europa kommt!

Fest steht jedenfalls, dass Personal Shopping immer dann am schönsten ist, wenn das Ergebnis optimal zu dir passt und du dich pudelwohl und „bereichert“ in deiner neuen Kleidung fühlst. Ob das nun durch perfekt ausgewertete Daten zu deinem Kaufverhalten geschieht oder bei einer Shoppingtour mit mir oder einem anderen Personal Stylisten und Coach in deiner Stadt, das bleibt am Ende dir überlassen :).

Ich freue mich in jedem Fall über Nachrichten, Fragen und Anfragen und darauf, dich ganz individuell und persönlich bei deinem Personal Shopping oder auch beim Vorab-Kleiderschrankcheck und der Frage Was sollte ich eventuell ergänzen? oder Muss ich überhaupt etwas Ergänzen? in München zu begleiten und zu beraten. Viele liebe Grüße, Heide

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