Welche Materialien sind wirklich vegan, woran erkennst du vegane Kleidung – und welche Stores in München haben passende Labels im Sortiment? Mein Guide für bewusstes Shopping ohne tierische Materialien.
Von Heide – Personal Stylistin & Gründerin von STYLEFINDS
Vegane Mode ist längst kein Nischenthema mehr. Immer mehr Labels verzichten auf Leder, Wolle, Seide oder Daunen – und auch in München findest du inzwischen eine gute Auswahl an Stores, in denen sich gezielt nach veganen Pieces suchen lässt.
Dabei ist „vegan“ nicht automatisch gleichbedeutend mit „nachhaltig“. Der Begriff sagt zunächst nur aus, dass ein Produkt ohne tierische Bestandteile auskommt. Materialien, Herstellung, Haltbarkeit und Produktionsbedingungen sollte man deshalb trotzdem mitdenken.
Und manchmal steckt Tierisches dort, wo man es überhaupt nicht vermuten würde: etwa in Knöpfen, Klebstoffen, Beschichtungen oder Imprägnierungen.
Auf den ersten Blick
- Vegane Kleidung enthält keine Materialien tierischen Ursprungs wie Leder, Wolle, Seide, Daunen oder Horn.
- Auch Kleber, Beschichtungen und Knöpfe können tierische Bestandteile enthalten.
- Pflanzenfasern wie Baumwolle, Leinen oder Hanf sind vegan – ebenso viele synthetische Fasern.
- Vegan bedeutet nicht automatisch nachhaltig oder fair produziert.
- In München führen verschiedene Fair-Fashion- und Multibrand-Stores gezielt vegane Labels und Produkte.
- Bei Marken mit gemischtem Sortiment lohnt sich immer ein Blick auf Materialangaben und Zertifizierungen.
Was bedeutet vegane Kleidung?
Vegane Kleidung verzichtet vollständig auf Materialien tierischen Ursprungs. Das betrifft nicht nur offensichtliche Materialien wie Leder oder Pelz, sondern teilweise auch Bestandteile, die man auf den ersten Blick kaum wahrnimmt.
Nicht vegan sind zum Beispiel Wolle – darunter Kaschmir, Mohair, Angora, Alpaka oder Merinowolle –, Seide, Leder, Daunen und Pelz. Auch Perlmutt oder Horn bei Knöpfen, Imprägnierungen auf Bienenwachsbasis sowie bestimmte Bestandteile in Klebern, Farben oder Beschichtungen können tierischen Ursprungs sein.
Typisch vegane Materialien sind dagegen pflanzliche Fasern wie Baumwolle, Leinen und Hanf sowie zellulosebasierte Fasern wie Viskose. Auch synthetische Materialien wie Polyester, Nylon oder Elastan sind tierfrei – allerdings nicht automatisch die nachhaltigere Wahl.
Vegane Mode erkennen: Materialangaben und Siegel
Ein bekanntes Orientierungssiegel ist PETA-Approved Vegan. Es kennzeichnet Marken beziehungsweise Produkte, die ohne tierische Materialien auskommen. Gerade bei Labels mit gemischtem Sortiment lohnt sich trotzdem immer ein Blick auf die konkrete Materialzusammensetzung.
Auch Nachhaltigkeitssiegel bedeuten nicht automatisch, dass ein Kleidungsstück vegan ist. Zertifizierungen prüfen unterschiedliche Kriterien – ökologische Standards, faire Produktion und vegane Herstellung sind nicht dasselbe.
Gut zu wissen: Vegan, fair und nachhaltig sind drei unterschiedliche Kriterien. Ein Kleidungsstück kann vegan sein, ohne besonders nachhaltig produziert worden zu sein – und ein fair oder ökologisch produziertes Teil kann tierische Materialien enthalten.
Wenn du dich generell für nachhaltige Labels und Shoppingadressen interessierst, findest du in meinem Guide zu Fair Fashion und nachhaltiger Mode in München meine aktuellen Store- und Label-Empfehlungen.

Das PETA-Approved-Vegan-Siegel kann bei der Orientierung helfen, wenn du gezielt nach Kleidung ohne tierische Materialien suchst.
Vegane Labels, die du kennen kannst
Einige Marken beschäftigen sich besonders intensiv mit tierfreien Materialien oder haben einen großen veganen Anteil im Sortiment.
Armedangels bietet viele vegane Pieces und ist in München sehr gut vertreten. Ecoalf arbeitet stark mit recycelten Materialien und führt ebenfalls zahlreiche tierfreie Produkte. Matt & Nat ist vor allem für vegane Taschen und Accessoires bekannt. Auch Embassy of Bricks and Logs bietet vegane Outerwear-Optionen.
Wichtig ist auch hier: Nicht jedes Label ist automatisch komplett vegan. Bei einzelnen Produkten deshalb immer die Materialangaben prüfen.
Vegane Mode in München: meine Empfehlungen
Wer in München vegan shoppen möchte, muss heute längst nicht mehr ausschließlich nach reinen Vegan-Stores suchen. Viele Fair-Fashion- und Multibrand-Stores führen vegane Marken oder können gezielt sagen, welche Pieces ohne tierische Materialien auskommen.
DearGoods
DearGoods gehört für mich zu den unkompliziertesten Adressen für vegane Mode in München. Die Stores positionieren sich als bio, fair und tierfreundlich und führen Damen- und Herrenmode.
Gerade wenn du verschiedene Labels, Passformen und Preislagen vergleichen möchtest, ist die Multibrand-Auswahl praktisch.
Armedangels Store by DearGoods
In der Friedrichstraße findest du außerdem den Armedangels Store by DearGoods. Hier kannst du besonders gezielt innerhalb einer bekannten Fair-Fashion-Marke nach veganen Pieces suchen und unterschiedliche Schnitte direkt ausprobieren.
Bella Natura
Auch Bella Natura ist eine gute Adresse, wenn du nachhaltige Mode mit veganen Optionen suchst. Besonders sinnvoll finde ich den Store, wenn du verschiedene Marken direkt nebeneinander ausprobieren möchtest und nicht auf ein einzelnes Label festgelegt sein willst.
About Given
About Given im Glockenbachviertel ist etwas modischer und stärker kuratiert. Wenn dir klassische Fair Fashion schnell zu basic wirkt, findest du hier eher modernere Silhouetten, Denim, Schuhe und Accessoires.
Auryn
Auryn ist eine schöne Adresse für nachhaltige Mode, Accessoires und kleinere Labels. Gerade bei veganen Pieces würde ich vor Ort gezielt nachfragen, welche Produkte komplett tierfrei sind.
glore München
Auch glore ist eine gute Anlaufstelle für Fair Fashion in München. Im Sortiment findest du verschiedene nachhaltige Labels und zahlreiche Produkte, bei denen sich gezielt nach veganen Alternativen suchen lässt.
Noch mehr Adressen – von größeren Multibrand-Stores bis zu lokalen Münchner Labels – findest du in meinem aktuellen Guide Nachhaltige Mode in München: Die besten Fair Fashion Stores & Labels.

Auryn im Glockenbachviertel ist eine schöne Adresse für nachhaltige Mode, Accessoires und ausgewählte vegane Pieces.
Worauf ich beim veganen Shopping achten würde
Für mich reicht es nicht, nur auf das Wort „vegan“ zu schauen.
Ein veganes Kleidungsstück kann aus einem synthetischen Material bestehen, das wenig langlebig ist oder qualitativ nicht überzeugt. Umgekehrt kann ein hochwertiges pflanzliches Material eine sehr gute Wahl sein, wenn Schnitt, Verarbeitung und Tragehäufigkeit stimmen.
Ich würde deshalb immer mehrere Fragen gleichzeitig stellen: Ist das Material angenehm? Passt das Teil zu deinem Stil? Lässt es sich gut kombinieren? Wirst du es wirklich häufig tragen? Und wie hochwertig ist die Verarbeitung?
Genau dadurch wird aus einem theoretisch „guten“ Produkt auch ein sinnvoller Kauf.
Online-Shopping für vegane Mode
Auch online gibt es einige gute Anlaufstellen, wenn du gezielter nach veganen Produkten filtern möchtest.
Le Shop Vegan konzentriert sich auf vegane Mode, Schuhe und Accessoires. Avocadostore bietet eine große Auswahl an Fair Fashion und nachhaltigeren Produkten verschiedener Marken. Bei glore findest du ebenfalls nachhaltige Labels mit veganen Optionen, und Avesu ist vor allem für vegane Schuhe interessant.
Für mich bleibt aber gerade bei Mode das Anprobieren ein wichtiger Punkt. Material, Passform und Proportion lassen sich online nur bedingt beurteilen – und genau davon hängt am Ende ab, ob ein Kleidungsstück wirklich oft getragen wird.
Vegan bedeutet für mich nicht automatisch besser
Vegane Materialien können ein sinnvoller Bestandteil einer bewussteren Garderobe sein. Entscheidend ist für mich aber auch hier das Gesamtbild: Materialqualität, Herstellung, Passform – und vor allem die Frage, ob ein Kleidungsstück wirklich zu dir passt und lange getragen wird.
Ein Teil nur deshalb zu kaufen, weil es vegan ist, macht noch keine gute Garderobe. Viel sinnvoller ist es, bewusst auszuwählen und Pieces zu finden, die zu deinem Stil und deinem Alltag passen.
STYLEFINDS: Veganes Shopping passend zu deinem Stil
Bei meinem Personal Shopping in München kann vegane Mode selbstverständlich Teil der Shoppingroute sein.
Vorab schauen wir, welche Materialien und Labels für dich infrage kommen, was du wirklich brauchst und welche Schnitte zu deinem Stil und deinem Alltag passen. Danach stelle ich die Route individuell zusammen – von Fair Fashion über vegane Labels bis zu klassischen Multibrand-Stores mit passenden Optionen.
Und wenn du zunächst herausfinden möchtest, was bereits in deinem Kleiderschrank funktioniert und welche Lücken wirklich bestehen, können wir mit einem Kleiderschrankcheck starten.
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Herzliche Grüße,
Deine Heide
