Farbberatung: Was bedeutet das eigentlich?

1. “situative“ Farbe

Die Wirkungen und Assoziationen, die bestimmte Farben auslösen, sind bei vielen Menschen gleich, und zwar unabhängig von Kultur, Alter oder Geschlecht: So gilt etwa Rot als aufmerksamkeiterregend, Gelb als heiter, Grün als beständig oder Blau als beruhigend.

Farben lassen sich also gezielt einsetzen um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Um dieses Wissen geht es in der – ich nenne sie nun einmal “situativen“ Farbberatung.

Hierbei ist es wichtig die jeweilige Wirkung einer Farbe zu differenzieren. So zeigt Frau Merkel in rotem Blazer Macht und Selbstbewusstsein, während ein rotes Kleid auf einer Hochzeit gerne als aufmerksamkeitsheischende und unangebrachte “Farbe der neidischen Ex“ wahrgenommen wird. Ist man im Business und bei Verhandlungen mit Blau immer auf der sicheren Seite, wirkt es eben auf der anderen Seite auch schnell etwas konservativ.

Jede Farbe hat also eine ganz spezielle Bedeutung und Wirkung auf unsere Umgebung. Diese ist zu unterscheiden von einer weiteren Art bzw einem zweiten Teil der Farbberatung, der

 

2. “typgerechte“ Farbe

Hierbei geht es um die Frage welche Farben einer bestimmten Person am besten stehen. Welche Farben lassen dich erholt und strahlend aussehen? Welche lassen dich hingegen müde und blass wirken?

Im ersten Schritt unterscheidet man zunächst zwischen einem kühlen und einem warmen Farbtyp. Nach Johannes Ittens Farblehre dominieren im kalten Farbbereich die Farbe Blau und im warmen Bereich Gelb. Auf dieser Basis wird auch zwischen kühlen und warmen Farbtypen unterschieden. So gibt es 4 verschiedene “Jahreszeitentypen“: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sommer- und Wintertyp verfügen über einen blautönigen Hautunterton und gehören zu den kalten Farbtypen. Frühlings- und Herbsttyp haben einen gelben Unterton und sind entsprechend warme Farbtypen.

Um nun den richtigen Farbtyp zu finden, sieht man sich Haare, Augen und Teint an. Auch ob jemand zu Sommersprossen neigt, leicht bräunt, welche Farbe durchscheinende Äderchen haben oder welchen Kolorit die Zähne; all dies sind Faktoren, die beim Bestimmen des Farbtyps eine Rolle spielen.

Wie bereits in meinem Artikel zur Stilberatung (Schritt 3: Analyse Farbtyp) erwähnt, benutzen viele Farbberater zunächst einen Abgleich von (warmem) Goldschmuck im Vergleich zu (kühlem) Silberschmuck um festzustellen, ob eine Person ein warmer oder kalter Typ ist. Farbtücher in verschiedensten Farbnuancen und die oben genannten Faktoren legen schlussendlich dann den Farbtyp fest. Die einzelnen Jahreszeitentypen können jeweils noch weiter differenziert werden. So unterscheidet man im Weiteren den klaren, warmen und hellen Frühlingstyp voneinander, den kühlen, hellen und soften Sommertyp, den warmen, soften und dunklen Herbsttyp und beim Wintertyp den Typ klar, kühl und dunkel. Da die meisten Menschen nicht eindeutig einem der 4 Haupttypen zuzuordnen sind, macht eine Unterscheidung bzw weitere Abstufung innerhalb dieser Typen sicherlich Sinn.

Hat der Farbberater den Farbtyp seines Kunden ermittelt, so erstellt er häufig einen Farbpass und/ oder Farbkarten für diesen. Sie enthalten eine Übersicht über all die empfohlenen Farben seines individuellen Typs.

Die Einteilung in die verschiedenen Farbtypen nach Jahreszeiten gibt es schon sehr lange und hat sich dementsprechend auch bewährt. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass ihr die Typisierung mit ein wenig Vorbehalt betrachten solltet. Manche Charakteristika sind in kein Farbschema zu pressen und zum Glück sind wir alle so wunderbar verschieden, dass das ja auch nicht so sein muss. Für den einen bieten Farbkarten und Farbpässe sicherlich eine gute Basis und Orientierung bei der Auswahl seiner Kleidung, für den anderen ist es vielleicht doch etwas zu “eng“ gefasst. Wie dem auch sei und womit immer ihr euch wohlfühlt – habt Spaß mit eurer Kleidung und der Mode, beim Shopping, beim Ausprobieren und auch beim “Danebenliegen“. Ein toller Look entsteht häufig gerade auch dort, wo man die Sicherheit der “Regeln“ bricht.

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