Dover Street Market, The Broken Arm, L’Eclaireur, Merci oder ITEMS: Paris hat Concept Stores mit völlig unterschiedlicher Handschrift. Meine persönlichen Favoriten – und warum sich jeder davon ganz anders anfühlt.

Von Heide – Personal Stylistin & Gründerin von STYLEFINDS

Dover Street Market Paris mit roter Installation, Boots und Designer-Accessoires

Dover Street Market Paris: Fashion, Kunst und Rauminszenierung gehen hier fließend ineinander über.

Manche Stores besucht man, um etwas Bestimmtes zu kaufen. Andere bleiben im Kopf, weil Auswahl, Raum und Präsentation eine ganz eigene Welt schaffen. Genau solche Adressen habe ich in Paris gesucht: Stores mit einem klaren Point of View, einer besonderen Auswahl und diesem kleinen Extra, das aus Shopping ein Erlebnis macht.

Vom experimentellen Dover Street Market über die sehr präzise Designer-Auswahl bei The Broken Arm bis zum typisch französischen Mix aus Fashion, Interior und Café bei Merci könnten die Unterschiede kaum größer sein. Und dann gibt es noch die kleinen Entdeckungen wie ITEMS Paris 3e, die man sich am liebsten direkt abspeichern möchte.

Auf den ersten Blick

  • Dover Street Market Paris: experimentell, überraschend und mehr Kunstgalerie als klassisches Shopping
  • The Broken Arm: Designer- und Luxury-Level mit einer perfekt kuratierten Auswahl der aktuell relevanten Fashion-Items
  • L’Eclaireur Sévigné: Avantgarde, Architektur und Fashion als Inszenierung
  • Merci: Mode, Interior, Bücher und Café – sehr Paris
  • ITEMS Paris 3e: klein, speziell und spannend für Independent Designer

 

Was macht einen guten Concept Store aus?

Für mich reicht es nicht, einfach verschiedene Marken unter einem Dach zu verkaufen. Spannend wird es dann, wenn ein Store eine eigene Sicht auf Mode hat. Das kann über die Auswahl passieren, über Architektur, Interior, Kunst oder über die Art, wie Fashion präsentiert wird. Genau deshalb fühlen sich diese fünf Adressen komplett unterschiedlich an.

 

Dover Street Market Paris – Fashion als Erlebnis

Auf den Dover Street Market habe ich mich besonders gefreut. Nicht, weil ich dort etwas Bestimmtes gesucht hätte, sondern weil schon der Store selbst immer einen Besuch wert ist.

Historische Architektur trifft auf Gerüste, Metallinstallationen, Kunstobjekte und immer wieder neue Präsentationen. Dazwischen hängen bekannte Designer, eine große Auswahl an Comme des Garcons neben kleineren Labels und ungewöhnlicheren Entdeckungen.

Gerade diese Mischung macht Spaß: Man läuft nicht einfach einmal durch, sondern biegt irgendwo ab, entdeckt einen neuen Raum und bleibt an Dingen hängen, nach denen man eigentlich gar nicht gesucht hat.

Kurz gesagt: Kunst meets Fashion und Inspiration pur.

Interieur des Dover Street Market Paris mit Designer-Mode und skulpturaler Metallinstallation

Im Dover Street Market Paris wird Mode nicht klassisch präsentiert – unterschiedliche Designer, Räume und Installationen gehen hier fließend ineinander über.

 

The Broken Arm – sehr präzise, sehr Fashion

The Broken Arm wirkt im Vergleich zum Dover Street Market fast zurückhaltend. Weniger Show, dafür eine extrem klare Auswahl auf hohem Niveau.

Dries Van Noten, Saint Laurent, Prada, Valentino, Lemaire oder Comme des Garçons treffen auf besondere Schuhe, Accessoires und immer wieder spezielle Sneaker oder Collabs.

Was mir daran gefällt: Der Store versucht nicht, möglichst „trendy“ zu sein. Die Auswahl wirkt vielmehr sehr genau kuratiert – international, relevant und modisch auf den Punkt, ohne jedem Hype hinterherzulaufen.

Dazu kommen Bücher und Indie-Magazine sowie ein kleiner Coffee-Spot direkt im Eingangsbereich.

The Broken Arm gehört in Paris zu den kreativsten und wichtigsten Fashion-Stores der Stadt und tritt definitv in die Fußstapfen des legendären Pariser Concept Stores Colette auf der Rue Saint-Honoré, der zwar bereits 2017 seine Türen schloss, seinen Kultstatus jedoch nie verloren hat.

 

Interieur von The Broken Arm Paris mit Designer-Accessoires, Steintisch und markanter Holzinstallation

The Broken Arm Paris: reduzierte Präsentation, starke Designer und die markante Holzinstallation im Store – sehr eigen, sehr präzise kuratiert.

 

L’Eclaireur Sévigné – Avantgarde und Inszenierung

L’Eclaireur ist noch einmal eine völlig andere Welt. Der Store im Marais ist dunkel, fast dramatisch inszeniert und lebt stark von Architektur, Kunst und ungewöhnlichen Materialien. Besonders prägend ist die große Holzinstallation, die sich durch den Raum zieht.

Auch die Auswahl ist avantgardistischer: weniger klassische Luxury-Basics, mehr ungewöhnliche Silhouetten, Materialien und Designer mit einer sehr eigenen Handschrift. Was ich spannend finde: Man schaut hier automatisch langsamer. Vieles erschließt sich erst beim zweiten Blick.

Für mich ist L’Eclaireur Galerie, Fashion Store und Interior-Erlebnis in einem.

 

L’Éclaireur Sévigné Paris – außergewöhnlicher Concept Store für Designer-Mode

L’Éclaireur Sévigné: Designer-Mode in einer fast galerieartigen, atmosphärischen Inszenierung.

 

Merci – Fashion, Interior und typisch Paris

Merci ist wahrscheinlich der zugänglichste Store in dieser Auswahl – und gleichzeitig viel mehr als ein Fashion Concept Store.

Mode und Accessoires treffen hier auf Interior, Home, Design, Bücher und Café. Genau diese Mischung fühlt sich sehr französisch an: Kleidung steht nicht für sich allein, sondern gehört zu einem ganzen Lebensgefühl. Auch die Mode wirkt entsprechend unkomplizierter – weniger Runway-Statement, mehr besondere Basics, Strick, interessante Farben und kleinere Entdeckungen und Geschenke. Das große Glasdach, die verschiedenen Ebenen und der Café- und Buchbereich sorgen außerdem dafür, dass aus „wir schauen kurz rein“ ziemlich schnell deutlich mehr Zeit wird.

Merci ist für mich deshalb kein Store zum kurz Abhaken, sondern einer zum Stöbern und Wohlfühlen.

 

Merci Paris – Concept Store für Mode, Interior und Design im Marais

Merci ist längst ein Paris-Klassiker und verbindet Mode, Interior und Design in einem besonderen Store-Konzept.

 

ITEMS Paris 3e – klein, speziell und eine meiner Entdeckungen

ITEMS ist im Vergleich zu den anderen Adressen deutlich kleiner. Genau das macht den Store spannend.

Die Auswahl ist sehr selektiv, mit vielen unabhängigen Designern und einem auffallend starken Fokus auf ukrainische Labels. Schon außen am Store sieht man Namen wie Anna October, Bevza, Frolov, Litkovska, Ruslan Baginskiy oder Ksenia Schnaider.

Drinnen ist alles kompakt und persönlich kuratiert: Ready-to-Wear, Accessoires, Schmuck und einzelne besondere Pieces.

Für mich besonders spannend: Ksenia Schnaider. Sie gehört schon länger zu meinen großen Favoriten, wenn es um außergewöhnlichen Denim geht. Reworked Jeans, ungewöhnliche Proportionen, Patchwork und Upcycling – aber so, dass es nach Fashion aussieht und nicht nach „Nachhaltigkeitsprojekt“.

Gerade deshalb war ITEMS für mich eine der schönsten Entdeckungen dieser Paris-Reise.

Außenansicht des Concept Stores ITEMS Paris 3e im Marais

ITEMS Paris 3e – ein kuratierter Concept Store im Marais mit Fokus auf Mode und ausgewählte Labels.

 

Mein STYLEFINDS-Fazit

Was mir an diesen Pariser Concept Stores besonders gefällt: Man bekommt wieder Lust, Mode wirklich zu entdecken.

Nicht durch endlose Kleiderstangen oder möglichst viele Marken, sondern durch Auswahl. Ein guter Store muss nicht alles zeigen. Spannender ist, wenn man merkt, dass hinter dem Sortiment eine Idee steckt.

Und eigentlich ist genau das auch der Kern meines Personal Shoppings: nicht möglichst viel anzuprobieren, sondern die Pieces herauszufiltern, die wirklich zum eigenen Stil passen.

Eine STYLEFINDS Shoppingtour in Paris könnte ich mir deshalb durchaus vorstellen.

Mein Personal Shopping findet normalerweise in München statt. Wenn du aber Lust auf einen individuell zusammengestellten Shoppingtag in Paris hast – mit Concept Stores, besonderen Labels, Vintage-Adressen und Stops, die wirklich zu deinem Stil passen – sprich mich gerne an.

Vielleicht wird daraus ja etwas Neues.

Personal Shopping mit STYLEFINDS →

Herzliche Grüße
Deine Heide

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